MEERSBURG // Veranstaltet durch das DenkmalnetzBW e.V. und durchgeführt von Holzbau Schmäh (Meersburg) und WALK Generalplaner (Reutlingen), fand am 17.07.2026 der Holzbaufachtag unter der Leitlinie “Verstehen – bewerten – ertüchtigen von historischen Holzkonstruktionen” und unter großartiger Beteiligung aus Fachhandwerk, Planern und Interessierten statt.

In den beeindruckend schönen Räumlichkeiten auf dem Holzbau Schmäh-Campus in Meersburg, konnten die rund 50 Teilnehmenden die spannenden Beiträge der Referenten rund um das Thema Instandsetzen historischer Holzkonstruktionen verfolgen. Das Unternehmen hatte hierfür extra die hauseigene Cafeteria für einen Nachmittag lang geräumt, um in einem passenden Ambiente eines modernen Holzbaues darüber zu sprechen, zu diskutieren und sich auszutauschen, welche Aspekte für und gegen eine Instandsetzung historischer Holzkonstruktionen sprechen.

Vier Vorträge von vier verschiedenen Referenten beleuchteten den Themenkomplex aus verschiedenen Sichtweisen und verschiedenen Aspekten der alltäglichen Praxis von Sanierungen und Instandsetzungen. Einleitend trug Prof. Stefan Krötsch (Hochschule Konstanz) zu historischen Fachwerkkonstruktionen, einen spannenden Überblick über die Tradition von Holzkonstruktionen in Europa vor und ließ dabei nicht außer Betracht, dass es auch jenseits der europäischen Grenzen beeindruckende und faszinierende Konstruktionen aus Holz gibt, die ebenso wie hier zu Lande bereits von vielen Jahrhunderten erzählen können.

Prof. Dr. Markus Faltlhauser (Hochschule Konstanz) machte mit einem detaillierten und trotzdem eingängigen Vortrag zum Thema „Tragwerke aus Holz analysieren, bewerten und berechnen“ den Zuhörenden klar, dass wir heute auch bei komplexen Holzkonstruktionen in der Lage sind, diese Ingenieurmässig zu erfassen und ihre vollen Potenziale zu erkennen. Nach einer kurzen Pause mit Mittagssnack, entführte Ferdinand M. Schäfer (Schäfer.Partner) die Zuhörerschaft in die verknotete und verknüpfte Welt der Kostenermittlungen, Ausschreibungen und Förderungen von Holzinstandsetzungen in Baden-Württemberg und kommunizierte, dass es auch ökonomisch gute Gründe gibt sich immer primär mit der Instandsetzung von Holztragwerken auseinanderzusetzen.

Zimmerermeister Sebastian Schmäh (Holzbau Schmäh) machte mit einem abschließenden Vortrag mit Praxisbeispielen den Teilnehmenden deutlich, welche enorm wichtige Rolle das Handwerk und die Zukunft der Ausbildung für den Themenbereich der Instandsetzung im historischen Holzbau einnimmt. An dem abschließenden Rundgang über den Holzbau Schmäh-Campus nahmen sämtliche Teilnehmenden, trotz fortgeschrittener Uhrzeit teil und erlebten, dass die Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt mehr ist als ein bloßes Bauwerk.

Für die federführende Organisation danken wir Axel Walk (Walk Generalplaner), Holzbau Schmäh und dem Organisationsteam des DenkmalnetzBW. Veranstaltungen wie diese zeigen auf, wie groß das fachliche Interesse an dem Themenbereich der praktischen Denkmalpflege ist.

[Foto: Axel Walk]

Kategorie //